Pressestimmen


Oratorium von Gustav Schreck wiederaufgeführt

 

Klug setzte Enders mit Wagners früher Ouvertüre in C-Dur eine Zäsur in der Mitte des Oratoriums…In gleicher Entdeckerlust realisierte Fabian Enders die fesselnde Wiedergeburt. Intensiv lotete er Lyrik und Dramatik der sechs Szenen…aus, zeigte mit plastischer Durchformung der Rezitative ihre Nähe zur Oper, stelle sie herzbewegend vor die Hörer. Gleich die fugierte Einleitung führe er zwingend aus mystischer Stille zu eruptiver Steigerung… Der glänzend trainierte Sächsische Kammerchor bot aufblühende Kantilenen, ausholende dynamische Kontraste und intensive Diktion. Die Choräle erfüllte, wie stets bei Enders, das unmittelbar Bekenntnishafte… Das Orchester zeigte sich, vom Dirigenten minutiös instruiert, in bester Verfassung. Bravorufe und langer Beifall für eine lohnende Wiederentdeckung.

 

Richard-Wagner-Hournal, Sommer 2018 (Roland Wörner über Richard Wagners Konzertouvertüre in C-Dur und Gustav Schrecks Oratorium „Christus, der Auferstandene in der Thomaskirche Leipzig am 20. 5. 2018)


Gustav Ernst Schrecks Oratorium „Christus, der Auferstandene“ in der Thomaskirche Leipzig

 

Am Pfingstsonntag erlebte man in der Thomaskirche zum 100. Todestag des Komponisten und Thomaskantors (1893-1917) Gustav Ernst Schreck dessen in allen neuromantischen Farben glühendes Hauptwerk „Christus, der Auferstandene“. [...] Der Sächsische Kammerchor meistert den riesigen Part mit einem jungen, starken und enthusiasmierenden Energieschub, der staunen und bewundern macht. Immer wieder entschweben dem dichten Orchestersatz liebliche Violin-Soli. Schreck kennt seinen Mendelssohn, verneigt sich vor Bach mit einem schönen Graduale inklusive Solo-Oboe zum Gang von Cleophas (André Khamasmie) und Barnabas (Lars Conrad) nach Emmaus. Er lässt sein Orchester blühen wie Johannes Brahms. Und dann schaut er sich noch einige (von ihm allerdings etwas gemilderte) Farb- und Deklamationsrevolutionen aus Wagners „Walküre“ und „Meistersinger“ ab. Das alles nimmt Fabian Enders, Spiritus rector am Pult, ernst und vor allem sehr genau: Er hat Recht, denn so kann er diese Entdeckung mit Liebe veredeln. Und vor allem gibt Fabian Enders dem Komponisten Schreck mit seiner inneren Überzeugung eine echte Chance. Denn ganz leicht und allzu leichtfertig wäre es, „Christus, der Auferstandene“ oberflächlich als eklektizistisches Fossil abzuhaken. Soviel ist schon im Verklingen des letzten Akkords der Himmelfahrt mit Paukenwirbel und Trompeten klar: Schrecks Oratorium auf die Verse seiner dichtenden Ehefrau Emmy ist neben Karl Weisers „Jesus“-Dramen ein wichtiges mitteldeutsches Werk über Christus aus der Zeit um 1900, ganz gewiss und unüberhörbar eines der strahlendsten und mitreißendsten.

 

Um zwei Dresdner Stars kann Fabian Enders nicht nur die Elite des vokalen Nachwuchses aus Leipzig versammeln, sondern ermöglicht diesem Ensemble auch künstlerische Glanzleistungen. Andreas Scheibner hat charismatische Diktion und Balsam für den Heiland, bei dem Schreck sich offenkundig immer wieder zügelt, um nicht allzu melodienselig zum hohen Ton eines lyrischen Musikdramas hinüber zu segeln. Ausgerechnet für die einzige Arie der Jungfrau Maria, die sich nur im Klavierauszug, aber nicht in der Partitur findet, musste Christian van den Berg instrumentierend ergänzen. Ute Selbig klingt mehr vom Himmel als irdisch, ihr eifern Franziska Abram und Viktoria Wilson erfolgreich nach. [...]

 

Neue Musikzeitung (nmz)- Roland Dippel, 23. 05. 2018


Musikalischer Lichtblick in der Fastenzeit

Der Sächsische Kammerchor glänzt in der Thomaskirche mit der Johannespassion unter Peter Schreier

 

Der Sächsische Kammerchor (Einstudierung: Fabian Enders) mit orchestraler Unterstützung der Mitteldeutschen Virtuosen konnte erneut seine außerordentliche Bachkompetenz unter der Leitung von niemand geringerem als Kammersänger Peter Schreier beweisen. [...] Der erste Chorus „Herr, unser Herrscher“ zeichnet das überaus hohe Niveau des ganzen Abends vor: Messerscharf schießt der Sächsische Kammerchor seine Phrasen ab. In klagenden Koloraturen bleibt der Sopran präzise, exakt und vor allem die dynamischen Wechsel, das Auf- und Abschwellen der Töne hinterlassen Eindruck, genau wie die subtile und fließende Orchesterbegleitung. Schreier regiert teils mit harschen Bewegungen, teils mit harter Hand, wirft dem Chor die Einsätze hin oder entlockt ihm ein hauchzartes Piano [...] Zwei Stunden höchste musikalische Qualität in der Thomaskirche.

 

Leipziger Volkszeitung (Katharina Stork), 26. 02. 2018 (über J. S. Bachs Johannespassion BWV 245)


Stimmgewalt und ausgefallenes Programm

 

[...] Dabei spannte Dirigent Enders den Bogen vom ältesten deutschen Weihnachtslied aus dem 11. Jahrhundert bis hinüber zur Chormusik der Gegenwart. [...] Er animierte den Chor zu den leisesten, fast mystisch versunkenen Tönen [...], um andererseits mit geballter Faust und ausladenden, impulsiven Armbewegungen einen exzessiven Forteklang heraufzubeschwören. Das ging schon deutlich unter die Haut, wie der Sächsische Kammerchor die Motetten von Hugo Distler oder Fabian Enders gestaltete. Zum absoluten Höhepunkt des Adventskonzertes geriet der mit monumentalen Akkordblöcken angereicherte und fast wie in Granit gemeißelte Chorsatz „Und ob sich Wintersturm erhüb“ von Ottmar Gerster. Wunderschön dazu im völligen Gegensatz ließen die Sänger die klangliche Harmonie und eingängige Melodie im Chorsatz „Friede auf Erden“ von Rolf Lukowski gleichsam in allen möglichen Tonfarben aufblühen und aufleuchten. Dank hoher Stimmkultur, homogenem Klang, präziser Textgestaltung und prägnanter musikalischer Ausgestaltung hatte dieses Chorensemble bei diesem Konzertabend einen gewaltigen Auftakt für die Altenburger Adventsmusiken gesetzt.

 

Leipziger Volkszeitung (Dr. Felix Friedrich), 07. 12. 2017 (Chorkonzert zum Advent)


Mit überwältigendem Aplomb und eherner Wucht, aber auch mit zart verhauchenden, meditativen Klängen und allen Schattierungen dazwischen stellte der junge Kapellmeister Fabian Enders im Thomaskonzert am Reformationstag 2017 Felix Mendelssohn Bartholdys frühes Oratorium „Paulus“ in den Raum der Thomaskirche zu Leipzig. Mit seiner Auffassung des Werks als Zeugnis der frühen deutschen Romantik mit Ausblick auf künftige Entwicklungen belehrte er all jene Kollegen eines Besseren, die da meinen, Mendelssohns Oratorien als milden Historismus barock inspirierter Stiletüden exekutieren zu müssen. Stattdessen wurde aufgezeigt, was etwa Richard

Wagner von Mendelssohn gelernt haben könnte oder was von ihm noch bei Brahms nachklingt. Die versenkungsvolle Klangsphäre der Ouvertüre über den Choral „Wachet auf“ nahm Enders als Modell für seine subtile Ausdeutung der Choräle mit teils extrem langsamen Tempi und langen Zäsuren, die die Form, den Zusammenhang der Choralzeilen, fast zu sprengen drohten. Doch gelang es immer, diese breiten Flächen selbst im Pianissimo mit äußerster Spannung und großem Atem zu beseelen, sie quasi in einen Schwebezustand zwischen Gebet und Liebeserklärung zu entrücken. Enders erwies sich als fabelhafter Orchesterdirigent, der Partiturdetails freilegt, die Klangschönheit der Orchestrierung entfaltet, mählich zwingende Crescendi aufbaut, die in

Choreinsätze von eruptiver Klanggewalt münden. Er ließ seinen herrlichen Sächsischen Kammerchor textorientiert stimmgewaltig deklamieren, skandieren, Melodiebögen aufblühend aussingen. Das Mitteldeutsche Kammerorchester glänzte mit glutvollem, farbenreichem Spiel; ausgezeichnete Einzelleistungen gab es vom Solo-Cello (Wolfram Stephan) und den Holzbläsern, das Blech unterstützte klangstark die Intentionen des Dirigenten.

Enders standen hervorragende Solisten zur Verfügung: Martin Häßler als stimmgewaltiger Paulus, Hanna Herfurtner, Sopran, Marie Henriette Reinhold, Alt, Robert Pohlers, Tenor, Lars Conrad, Bass. Bravorufe, langer Beifall und Standing Ovations der Hörer im Kirchenschiff dankten für eine dramatische, ergreifende Interpretation des „Paulus“.

 

Richard-Wagner-Journal, Dezember 2017 (Roland Wörner über Mendelssohns „Paulus“ in der Leipziger Thomaskirche am 31. 10. 2017)


Gern mehr davon

Leipziger Bachfest mit Telemanns überreicher Kirchenmusik in der Peterskirche

 

Ein äußerst kraftvolles, energiegeladenes Bild [...] Unter der Leitung von Fabian Enders fügt sich das Leipziger Barockorchester nahtlos in den satten, hervorragend balancierten Chorapparat ein [...] Stehende Ovationen am Ende machen auch deutlich: Es darf gern mehr Telemann gegeben werden in Leipzig.

 

Leipziger Volkszeitung (Alexander Faschon), 12. 06. 2017 (Konzert zum Bachfest: Kantaten von G. P. Telemann und J. S. Bach)


Ein neues Lied wie heben an – Chorwerke auf Gesänge Martin Luthers

CD zum Reformationsjahr 2017

 

Die Bedeutung der Lieder Martin Luthers für die Reformation kommt zweifellos der seiner Bibelübersetzung gleich. Ganz im Sinne des Reformators, der schrieb: »Die nothen machen den text lebendig«, werden seine Lieder nicht nur bis heute von Gemeinden in den Kirchen gesungen, sie inspirierten auch die Komponisten aller folgenden Epochen. Die Auswahl der auf der neuen CD des von Fabian Enders dirigierten Sächsischen Kammerchores vorgestellten Motetten und Choräle durchschreitet die fünfhundert Jahre von der Reformation bis zur Gegenwart. Bestellen über Verlagsgruppe Kamprad

 

»Überzeugend und noch immer aktuell: Die CD zeigt eindrücklich, welche Kraft die Liedtexte von Martin Luther durch alle Jahrhunderte bis in unsere Zeit hin besitzen – und wie aktuell sie noch immer sind. Der Chor hat die Idee, Luthervertonungen in guten a-cappella-Chorsätzen aufzunehmen, überzeugend umgesetzt.«

 

Astrid Belschner, kulturradio vom rbb (Rezension der CD »Ein neues Lied wie heben an – Chorwerke auf Gesänge Martin Luthers«, bewertet mit 4/5 K)


Nun faszinierte Fabian Enders am Reformationstag mit einer bewegenden Aufführung von Felix Mendelssohn Bartholdys Oratorium „Elias“ in der gut besuchten Leipziger Thomaskirche mit seinem Kammerchor, dem Chor der  Evangelischen Hochschule für Kirchenmusik Halle und dem Mitteldeuitschen Kammerorchester. Mit seiner suggestiven und zugleich präzisen Zeichengebung zieht er vom ersten Takt an die Ausführenden und die Zuhörer in seinen Bann. Enders formt das konfliktreiche Werk vom Unheil beschwörenden Beginn über alle Klagen und Verzweiflung, Hoffnung und Erfüllung bis zur friedvollen Entsagung und zum versöhnenden Ausklang mit nie erlahmender Spannkraft und Empfindungstiefe. Den Chor führt er vom zartesten Pianissimo bis zu gewaltigen, stets kultiviert  klingenden Steigerungen bei stets klarer Führung der Stimmen im ausgewogenen Klangverhältnis mit dem Orchester. Feinfühlig führt Enders auch die Solisten. Mit Ute Selbig und Martin Petzold setzte er zwei bewährte Sänger von Format ein. Herzergreifend erklang die Sopranarie „Höre,  Israel“. Für die verschiedenen Situationen Obadjahs fand Martin Petzold stets den überzeugenden Ausdruck. Neben diesen großartigen Sängern verpflichtete der Dirigent mit der Altistin Marie Henriette Reinhold und dem Bassisten Dominic Große (Elias) zwei junge Künstler, die ihre Partien ebenfalls überzeugend gestalteten. So war dieses bedeutendste Werk Mendelssohns als ein tief bewegendes, weltumspannendes Drama zu erleben, das  spontanen, lang anhaltenden Beifall auslöste. Die dramatische Gestaltungskraft Fabian Enders' lässt denken, dass der Künstler auch ein Operndirigent von außergewöhnlichem Format werden könnte.

 

Prof. Dr. Werner Wolf, Richard-Wagner-Journal, I 2017 (Felix Mendelssohn Bartholdy: „Elias“ Op. 70 in der Thomaskirche Leipzig am 31. 10. 2016)


Peter Schreier legte als Dirigent die Wiedergabe in der Kirche zu Kreischa angemessen schlicht, aber nicht pathetisch an, emotional dicht, voll auf die ergreifende Klangschönheit der etwa vierzigminütigen Totenmesse bauend. Der Sächsische Kammerchor (an der Orgel Matthias Eisenberg) setzte das Konzept überzeugend um. Das Ensemble zeichnet sich durch einen besonders gepflegten Chorklang und eine bis auf die Spitze getriebene, präzise Artikulation aus. Vor dem Requiem sang der Sächsische Kammerchor unter Leitung von Fabian Enders einige der volksliedhaften Balladen Schumanns aus op. 75, glasklar in der Intonation [...]

 

Dresdner Neueste Nachrichten (Mareile Hanns), 20. 06. 2016


Schon im Eingangschor strahlt der Sächsische Kammerchor in den polyphonen Geflechten, die Enders zu einem festlichen Ganzen kombiniert. Die Musik strotzt vor Kraft der vollen Männerstimmen []. Im Unisono-Choral ›Und wenn die Welt voll Teufel wär‹ unterstützt vor allem die deutliche Artikulation der jungen Chorsänger die Dramatik [...]

 

Anja Jaskowski (über die Aufführung der Kantate »Ein feste Burg ist unser Gott« BWV 80 unter Enders), Leipziger Volkszeitung, 03.11.2015


Satt und wie aus einem Guss klingt auch der durch Fabian Enders einstudierte Sächsische Kammerchor den ganzen wunderbaren Konzertabend lang.

 

Leipziger Volkszeitung, 30. 7. 2015 (über »Bach und Auferstehung« mit dem Mitteldeutschen Kammerorchester unter Prof. Georg Christoph Biller)


Die Wiedergabe von Mozarts Requiem erfüllte alle Erwartungen. Die Erzgebirgische Philharmonie und der Sächsische Kammerchor realisierten dieses letzte, unvollendete Meisterwerk Mozarts unter dem jungen Gastdirigenten Fabian Enders auf hohem Niveau als zugespitzt kontrastreiches Seelengemälde. [] Der Chor sang beispielsweise die Fuge des bittenden ›Kyrie‹ mit erregender Wendigkeit. Fabian Enders steuerte eruptive Ausbrüche kraftvoll an, ließ sie grell blendend stehen und mit kalkulierten Pausen erschütternd nachklingen. Im 8. Teil, dem klagenden ›Lacrymosa‹, formte Enders mit dem Orchester die lastende Schwere des Leids fühlbar aus. Nach den letzten Takten des ›Lux aeterna‹ blieb es still im Saal, bis schließlich der Beifall einsetzte.

 

Rolf Pausch (über das Mozart-Requiem), Freie Presse, 16.03.2015